Abwehr deluxe: Was die Schleimhaut leistet

Abwehr deluxe:  Was die Schleimhaut leistet

Erreger müssen draußen bleiben!

Normale Bakterienflora, Nahrungsbakterien oder doch Erreger? Unsere Schleimhäute sieben aus.

Was ich alles leiste, wird man erst merken, wenn ich es nicht mehr mache!“ Zum Glück schließen sich unsere Schleimhäute eher selten einem Streik an. Dennoch haben sie recht – denn meistens fallen sie uns erst dann auf, wenn sie sich trocken und schmerzhaft bemerkbar machen. Ansonsten leistet das Gewebe, mit dem unsere Augen, Atemwege, der Urogenital- und Magen-Darm-Trakt sowie Mittelohr und Ohrtrompete ausgekleidet sind, unbemerkt Großes für unsere Gesundheit. Denn ähnlich wie die Haut bilden unsere Schleimhäute eine Abgrenzung zur oft ungemütlichen Außenwelt. Während unsere Haut allerdings nur rund 2 m² misst, machen die Schleimhäute gut 600 m² aus – und sind dabei über den Blutkreislauf alle miteinander verbunden. Dieses raffinierte System bietet eine wichtige Schutzfunktion gegen Krankheitserreger. Denn wo

immer sich eine Öffnung befindet, z. B. Mund, Nase und Urogenitaltrakt, können Mikroorganismen in den Körper eindringen. Diese Eintrittspforten entsprechend zu sichern, ist Aufgabe der Schleimhäute.

Und dabei gehen sie gleich mit 3-fach Power vor: Zunächst bilden sie mithilfe von antimikrobiellen und antiviralen Substanzen – entweder vom Körper selbst oder von unseren nützlichen Bakterien bereitgestellt – eine chemische Barriere gegen unliebsame Eindringlinge. In Stufe 2 wird’s physikalisch:

Die gelartige Schleimschicht der Schleimhäute, medizinisch auch Mukus genannt, ist derart zähflüssig, dass Erreger sie nur schwer überwinden können. Die dritte Barriere ist wiederum mechanisch. Dank Proteinkomplexen, sogenannten Tight-junctions, bilden die Schleimhautzellen einen kompakten Verband, sodass Fremdstoffe nicht durch Zwischenräume schlüpfen können. Damit unsere Schleimhäute – im Bild links übrigens unter dem Mikroskop – ihre schützenden Aufgaben erfüllen können, sollten wir sie immer gut pflegen. Viel zu trinken hilft, sie feucht und gesund zu halten. Das wird mit zunehmendem Alter immer wichtiger. Prä- und Probiotika fördern zusätzlich die Ansiedelung nützlicher Bakterien im Darm. Achten wir zudem gewissenhaft auf Hygiene – Stichwort: nicht ins Gesicht greifen, um keine Erreger an die Eintrittspforten zu bringen – kommen wir gesünder durch den Winter.


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